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35 Jahre Wellküren auf der Burghalde

Die Wellküren feiern ihr 35-jähriges Bühnenjubiläum auf der Freilichtbühne Burghalde in Kempten. Foto: Hans Peter Hösl

DES WIRD SCHO WIEDER! Die Wellküren kommen am Freitag, 22. Juli 2022 (20 Uhr), mit ihrer Bühnenjubiläums-Show zum 35-Jährigen nach Kempten. Die weibliche Speerspitze der berühmten, bayrischen Musikerfamilie Well überführt tradierte Formen der Volksmusik in ihre ganze eigene Art der Weltmusik. Die Wellküren, das sind Moni Well, Bärbi Well und Burgi Well. Die Schwestern entstammen der 17-köpfigen Volksmusikantenfamilie des Dorfschullehrers Hermann Well und seiner Frau Gertraud aus Günzelhofen bei Fürstenfeldbruck. Michael Schönmetzer, Kurator unserer akusT:K-Konzertreihe, spricht mit den drei Schwestern im aktuelln T:K-Interview.

Ihr entstammt einer der bekanntesten Musikerfamilien Bayerns & tragt den Namen Well in Eurem Gruppennamen. Wo liegen hier die Vor- und Nachteile?

Wellküren: Heuer haben wir unser 35-jähriges Wellküren-Jubiläum feiern dürfen. Damit sind wir die dienstälteste Familien-Kapelle. Alter ist zwar kein Verdienst, aber immerhin ein Indiz dafür, dass der Name zumindest kein Nachteil ist. Und wenn, wir könnten ja eh nix dagegen tun, wir heißen nun mal so 😉 

In der nordischen Mythologie führen die Walküren die gefallen Krieger nach Wallhalla – wen nehmen die Wellküren an die Hand?

Wellküren: Ja, wir sehen es als unseren gottverdammten Job an, die gefallen Helden unserer Zeit zu begleiten. Die können wir uns halt leider nicht aussuchen, da müssen wir schon nehmen, was daherkommt. Aktuell haben wir natürlich schwer zu tragen an unserem „Kanzler der Herzen“ …

Wie ist es Euch im Corona-Lockdown ergangen – konntet ihr den Ausfall der Auftritte irgendwie kompensieren?

Wellküren: Jede von uns steht von Kindesbeinen an auf der Bühne – und noch nie mussten wir über ein Jahr lang ohne Publikum auskommen. Das war eine harte Zeit … für unsere Männer.

Seit über 30 Jahren bewegt ihr Euch in der Musikszene – was haltet Ihr von der Frauenquote für Festivals oder Kulturprogramme?

Wellküren: Die Quote ist grausam, aber sie funktioniert. Wir waren wirklich lange dagegen, mussten aber in letzter Zeit feststellen, dass es wohl nicht anders geht. Gerade die Musik- und Kunstszene ist ein über Jahrzehnte gewachsenes Männer-Netzwerk, dass sich ohne „Regulierung“ immer nur selbst reproduzieren würde. 

Wenn ihr drei Wünsche hättet, die Markus Söder erfüllen müsste, welche wären das?

Wellküren:

  1. Staatliche Umerziehung Hubert Aiwangers zum Bio-Landwirt!
  2. Sofortiger Abzug Andi Scheuers aus Berlin bei gleichzeitiger Ernennung zum ersten Astronauten der BAVARIA ONE!
  3. Freibier für Frauen!

Wie seht ihr die Entwicklung der Volksmusik und könnt ihr was mit dem Begriff “Neue Volksmusik” anfangen?

Wellküren: Laut Wikipedia-Eintrag sind auch wir „eine Kabarettgruppe, die der Neuen Volksmusik zuzurechnen ist“. Dieses Label ist in den 90er Jahren entstanden, um Hubert von Goisern von Karl Moik abzugrenzen.  Wobei wir die alte Volksmusik vom Krautn Sepp, den Simböck Schwestern oder Georg Queri nach wie vor sehr schätzen. Kurz: Volksmusik ist halt Volksmusik. Ähnliches versucht man ja gerade mit dem unsäglichen Begriff „Heimatsound“ …

Habt ihr musikalische oder kabarettistische Vorbilder?

Wellküren: Ja, besonders die tollen Frauen, die sich „nix gschissn ham“: Nina Simone, Nina Hagen, Janis Joplin, Liesl Karlstadt, Bettina Wegner, Ruth Drexel und Amy Winehouse.

Welche Auftritte spielt ihr am liebsten? Theater, Kleinkunst, OpenAir oder Club?

Wellküren: Mei, würden wir gern mal in einem Club spielen, da warn wir noch nie! Ansonsten doch lieber auf Kleinkunst-Bühnen.

Ihr kommt am 24. Juli im Rahmen des Theatersommers mit dem Programm ‘Abendlandler’ zu uns nach Kempten  – was können wir erwarten?

Wellküren: Also erstmal auf gar keinen Fall das Programm „Abendlandler“ … des können wir gar nicht mehr, alles im Lockdown vergessen! Wir kommen mit unserem ganz neuen Programm, um die Menschen wieder fröhlich zu machen. Titel: Des werd scho wieder!